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  • Amartya Sen: Das grösste globale Problem ist die Armut

  • BlackandWhite

    Administrator
    19. Oktober 2020 at 8:46

    Das grösste globale Problem sei die Armut, sagt der Friedenspreisträger Amartya Sen. Und dagegen gebe es nur ein Mittel: mehr Markt!

    Was nützt es, ausreichend Lebensmittel zu produzieren, wenn sie nicht zu denen gelangen, die sie am dringendsten brauchen? Amartya Sen stellt bohrende Fragen. In einer Sammlung neuerer Essays gibt er aber auch klare Antworten. Der Markt müsse gestärkt werden – und alle müssten Zugang haben dazu.

    Unter anderem weist er sowohl die «kulturtheoretische» Ansicht zurück, Gewalt sei eine Folge des «Kampfes der Kulturen», als auch die der politischen Ökonomie, Armut und Ungleichheit seien hauptverantwortlich. In diesem Zusammenhang erscheint der überraschende Hinweis, die Mordrate einer der ärmsten Städte der Welt, Kolkata, liege bei 0,3 pro Jahr und 100 000 Einwohnern, in Delhi beinahe zehnmal so hoch, in New York noch einmal 65 Prozent höher, und in der gewalttätigsten Stadt, Rio de Janeiro, liege sie bei 34,9 Prozent. Selbst Paris könne sich mit der Gewaltarmut Kolkatas nicht vergleichen.

    Die Göttin der mittelgrossen Träume

    Nach Sens Kernthese braucht es einen integrativen Ansatz, der die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Gesichtspunkte zusammenführt, statt sich «den fatalistischen Theoretikern eines Kampfes der Kulturen und den eilfertigen Anwälten des ökonomischen Reduktionismus» anzuschliessen. Wir sollten lieber, erklärt Sen, der kluge Aufklärer, «den verführerischen Abkürzungen widerstehen, die uns vorgaukeln, wir könnten uns mit der Konzentration auf den einen oder anderen Faktor Einblick verschaffen und dabei andere zentrale Merkmale des grossen Ganzen ignorieren».

    Er beginnt mit einer Aufgabe für die Schulen und Hochschulen, fordert hier aber nicht etwa eine Stärkung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer oder der Ökonomie, mit einem Schwerpunkt in der Betriebswirtschaftslehre.

    Vielmehr sollten im indischen Bildungssystem die Geisteswissenschaften und humanistischen Fächer eine grössere Rolle spielen. Es folgt, obwohl er doch für seine «linken Ansichten» bekannt sei, der Wunsch nach einer nicht religiös orientierten, Markt und Wirtschaft favorisierenden Partei. Von der indischen Linken wünscht sich Sen, sie sollte, statt einer überholten Imperialismuskritik anzuhängen, sich mit der entsetzlichen Not der Armen in Indien befassen.

    https://www.nzz.ch/feuilleton/amartya-sen-mehr-markt-nur-so-laesst-sich-armut-bekaempfen-ld.1582221

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