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  • Black Lives matter verteidigt schwarze Leben auch gegen Nigerias Spezialpolizei

  • BlackandWhite

    Administrator
    16. Oktober 2020 at 14:36

    Man nennt sie die „Yahoo Boys“: junge Nigerianer, die ihr Geld in der lebhaften IT-Szene des bevölkerungsreichsten afrikanischen Staates verdienen. Schon von weitem sind sie an ihren Piercings oder Rastalocken zu erkennen

    Die stets klammen Cowboys wissen, dass sie mit den Yahoo Boys ihr Gehalt auffrischen können: Sie werfen ihnen ein angebliches Delikt vor, verlangen horrende Bußgelder und wenden Gewalt an, wenn einer der Techno-Yuppies nicht bezahlen will. Anfang dieses Monats erschossen sie einen jungen Nigerianer in der Hafenmetropole Lagos, den sie zuvor aus einem Hotel gezogen und auf die Straße geworfen hatten. Die Szene wurde – wie George Floyds Tod in Minneapolis – mit einem Handy gefilmt. Das Video machte in den sozialen Netzwerken Furore, auf Twitter begann unter dem Hashtag ENDSARS eine Lawine zu rollen. In den vergangenen dreieinhalb Jahren seien mindestens 82 junge Nigerianer von Sars-Beamten getötet worden, gab Amnesty International bekannt: Der Menschenrechtsorganisation lägen Beweise für Folterungen, Erpressung und sogar Hinrichtungen vor. Und kein einziger der Sars-Schießgesellen sei bisher zur Verantwortung gezogen worden.

    Die Reaktion der Yahoo Boys blieb im jüngsten Fall nicht auf den virtuellen Raum beschränkt: Erstmals gingen in den vergangenen zehn Tagen Tausende von jungen Menschen in zahlreichen Großstädten des Landes auf die Straße. Sie forderten die Auflösung der Spezialeinheit und blockierten – etwa in Lagos – die Verkehrsschlagadern.

    Derartige Proteste sind in Nigeria ungewöhnlich: Zum letzten Mal kam es vor acht Jahren zu einem Bürgeraufstand, als die Regierung die Subvention für Kraftstoff aufhob.

    Zunächst ging die Polizei mit den Demonstranten auf ihre Weise um, setzte Wasserwerfer ein, verhaftete scharenweise Demonstrierende und brachten außer zwei Kundgebungsteilnehmern auch einen Zaungast um. Noch beflügelt von der weltweiten Black-Lives-Matter-Bewegung, nahmen daraufhin auch Diaspora-Nigerianer in Großbritannien und den USA die Empörung der Yahoo Boys auf: Aus London meldete sich der Afropop-Sänger Wizkid zu Wort, selbst der deutsch-türkische Profifußballer Mesut Özil stellte sich hinter die Yahoo Boys. Als sich schließlich auch noch die beiden Rapper Runtown und Falz sowie der US-nigerianische Weltstar Davido für die Sache der Demonstranten starkmachten, wurde der 77-jährige Präsident des Landes, Muhammadu Buhari, nervös: Anfang dieser Woche ordnete er seinen Polizeichef Mohammed Adamu an, die umstrittene Einheit aufzulösen.

    https://www.derstandard.at/story/2000120951836/beruechtigte-sars-polizeieinheit-in-nigeria-nach-protesten-abgeschafft

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