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  • Dramatische Destabilisierung Westafrikas seit dem Krieg gegen Libyen – Webinar

  • BlackandWhite

    Administrator
    8. November 2020 at 9:57

    Black&White-Webinar mit Grit Lenz von Fokus Sahel, Samstag, 14. November, 19 Uhr (Ghana 6 pm) in Englisch – Samstag, 14. November, 16 Uhr in Deutsch

    Hier einloggen: https://us02web.zoom.us/j/3216854044

    In keinem Land der Welt wächst die Zahl der Flüchtlinge schneller als in Burkina Faso in Westafrika (1). Das Flüchtlingshilfswerk der UNO berichtet von unvorstellbarer Brutalität, die Flüchtende in der Region erleben (2). In Deutschland und von Deutschland aus hat sich ein zivilgesellschaftliches Netzwerk mit Initiativen in der Sahelzone gebildet: Fokus Sahel (3). Die Koordinatorin dieses Netzwerkes, Grit Lenz, wird in ihrem Vortrag die Lage in den Ländern der Sahelregion darstellen und die Anstrengungen von Fokus Sahel. Diskutieren wollen wir mit ihr auch, wie einer Ausbreitung der Gewalt in westafrikanische Küstenländer, wie Ghana entgegengewirkt werden kann. Was können Initiativen in den stabileren Ländern der Region gefördert werden, den Zusammenschluss für ein Westafrika des Friedens mit Kräften in der Sahelregion voranzubringen?

    In der ganzen Sahel-Region hat sich die Sicherheit der Menschen in den vergangenen zehn Jahren drastisch verschlechtert. Die Militärintervention der NATO in Libyen war der wesentliche Brandbeschleuniger. Afrikanische Politiker hatten die Gefahr gesehen und die NATO-Staaten vor einem Sturz Gaddafis gewarnt. Weitere Militärinterventionen der Staaten, die diesen Krieg zu verantworten hatten, haben die Lage nicht verbessert. Im Gegenteil. Die Perspektivlosigkeit vor allem der jungen Menschen ist der Boden, auf dem sich die Gewalt in immer mehr Staaten ausbreitet, dazu kommen drastische Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft. Und die Auswirkungen der Landwirtschaftssubventionen der USA und EU auf die Bauern der Region. Die bisherigen staatlichen Strukturen, die vor allem eine kleine mit Konzernen aus den Industrieländern verbundene Eliten in der rohstoffreichen Region zu ihrem Vorteil nutzen, sind nicht geeignet, Stabilität zu sichern.

    Was tun Initiativen in den Ländern, um Frieden und Menschenrechte ringen? Wie können sie unterstützt werden?

    Helmut Asche und andere haben ein Konzeptpapier zu den Herausforderungen der Region geschrieben; mit einer Arbeitsgruppe im VAD (Vereinigung für Afrikawissenschaften) an die deutsche und europäische Politik (4).

    Wir regen Euch an, Euch mit den Links zur Vorbereitung des Webinars zu befassen; falls ihr weitere gute Quellen findet, fügt sie hier an für andere Interessierte.

    Die Folgen des Libyen-Konflikts für Afrika“ Gräben zwischen der AU und dem Westen, Destabilisierung der Sahelzone sagte die Stiftung für Wissenschaft und Politik schon 2012 voraus (5). Der Bürgerkrieg und die Nato-Intervention in Libyen haben Auswirkungen auf Afrika und die europäische Afrikapolitik, denen bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Kurz- und mittelfristig droht eine weitere Destabilisierung der Sahelzone. Der im Januar 2012 neu ausgebrochene Konflikt im Norden Malis ist eine direkte Folge des libyschen Bürgerkriegs, ebenso wie die Rückkehr von Kämpfern aus Libyen und die Zunahme des Waffenschmuggels. Außerdem hat der Libyen-Konflikt neue Hindernisse für regionale Kooperation im Sahel aufgetürmt. Nicht minder gravierend sind die mittel- und langfristigen internationalen Folgen der Nato-Intervention. Sie hat Streit zwischen afrikanischen und westlichen Staaten verursacht, der die oft beschworene »Partnerschaft auf Augenhöhe« als deklaratorische Politik zu entblößen droht. Auch innerhalb der Afrikanischen Union hat der Umgang mit der Krise Spannungen hervorgerufen, die die Handlungsfähigkeit der Organisation nach innen wie außen beeinträchtigen werden.

    Aus diesen Gründen muss deutsche und europäische Afrikapolitik auf mehreren Ebenen reagieren. Europa muss seinen Ansatz für den Sahel modifizieren, denn bisher wollte die EU vor allem die Sicherheitskräfte in der Region stärken. Dies geht nicht nur an den eigentlichen Problemen vorbei, sondern könnte Auseinandersetzungen sogar befeuern und regionale Kooperation erschweren. Stattdessen sollte die EU weit mehr Gewicht auf die Förderung regionaler Anstrengungen legen sowie Libyen und Algerien entschlossener in ihre Sahel-Strategie einbeziehen. Für Europa wird eine funktionsfähige AU in Zukunft noch wichtiger werden. Deutschland und die EU sollten sich daher bemühen, die politischen Gräben zuzuschütten, die der Umgang mit dem Libyen-Konflikt aufgerissen hat.

    Bisher gibt es keine öffentliche Diskussion über die Ergebnisse der Nato-Militärintervention in Libyen; immerhin hat Entwicklungsminister Müller schon vor Jahren klare Worte gefunden: „Libyen-Intervention war „großer Fehler“ „Nach fünf Jahren stehen wir vor dem kompletten Desaster“ (6).

    Bitte leitet den Link weiter und ladet mögliche Interessierte ein, damit wir gemeinsam mehr Aufmerksamkeit für die Entwicklungen schaffen können und etwas zu einer friedensfördernden Politik beitragen können.

    1.) https://www.zdf.de/nachrichten/politik/sahel-zone-un-geberkonferenz-100.html
    2.) https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/mediathek/einzelansicht/informationsmaterial/unhcr-bericht-on-this-journey-no-one-cares-if-you-live-or-die/
    3.) https://www.fokussahel.de/
    4.) http://vad-ev.de/wp-content/uploads/2020/04/Konzeptpapier-Sahel-Burkina-Initiative-11-04-2020.pdf

    5.) https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/studien/2012_S08_lac_tll.pdf

    6.) https://www.derstandard.at/story/2000054311564/deutscher-minister-libyen-intervention-wargrosser-fehler

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