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  • BlackandWhite

    Administrator
    5. Dezember 2020 at 22:18

    Während die Geburtenrate überall auf der Welt sinkt, stagniert sie im subsaharischen Afrika auf hohem Niveau. Sie beträgt 4,7 Kinder pro Frau, in Westafrika sogar 5,6 Kinder, im bitterarmen Niger weltrekordverdächtige 6,9. Wenn es so weitergeht, wird sich die Bevölkerung in Afrika bis im Jahr 2050 auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppelt haben. Zwar verzeichnet Afrika ein Wirtschaftswachstum von etwa vier Prozent, aber dieses wird vom Bevölkerungswachstum «aufgefressen», so dass die absolute Zahl der Armen laufend zunimmt. Hinzu kommt, dass das Wirtschaftswachstum oft aus Rohstoffen stammt und wenig Arbeitsplätze schafft. Zudem ist das Bildungssystem oft schwach entwickelt.

    Die demografische Bombe

    Man spricht oft von der jungen Bevölkerung Afrikas als Chance und von der «demografischen Dividende». Das funktioniert jedoch nur, wenn die Kinder von heute eine gute Berufsbildung erhalten mitsamt der Aussicht auf einen qualifizierten Job und die Geburtenrate in den nächsten Jahren sinkt. Dann hätte man in ein paar Jahren eine grosse Zahl verdienender Erwachsener, die für eine kleinere Zahl von Abhängigen sorgen müssten. Das würde der Wirtschaft einen Kick verpassen, so wie in Europa zur Zeit der Babyboomer. Fehlt eine dieser drei Stützen, funktioniert die «demografische Dividende» nicht. Das war etwa der Fall im Maghreb, wo die Geburtenrate zwar sank und in das Bildungssystem investiert wurde. Trotzdem fanden die Jungen mit ihrem Schulabschluss anschliessend keine angemessene Arbeit. Die damit einhergehende Frustration wird als eine wichtige Ursache der Revolten des Arabischen Frühlings betrachtet.

    In Senegal ist «Familienplanung» ein Reizwort | NZZ

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