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  • In Afrika waren nicht nur Krisen größer – sondern auch der Widerstand dagegen

  • BlackandWhite

    Administrator
    20. Dezember 2020 at 21:23

    Wut, die Mut macht: In Afrika waren nicht nur die Krisen größer – sondern auch der Widerstand dagegen.

    Zuerst die Feminist Coalition aus Nigeria, ein Zusammenschluss von Unternehmerinnen, Bloggerinnen und IT-Entwicklerinnen. Anfang Oktober waren junge Nigerianerinnen und Nigerianer zum wiederholten Mal gegen eine Spezialeinheit der Polizei, die Special Anti-Robbery Squad (SARS), auf die Straße gegangen, die seit Jahren wie ein Killerkommando immer wieder junge Männer wegen „verdächtig“ teurer Kleidung oder Smartphones erschossen hatte. Die Proteste wären wohl auch dieses Mal verpufft, hätte nicht die Feminist Coalition mit einer globalen Onlinespendenkampagne Ambulanzen, Verpflegung, Schutzmasken (gegen Corona und Tränengas), Rechtshilfe und eine Notrufzentrale für die Demonstrierenden organisiert.

    #EndSARS wurde zur Massenbewegung über ethnische und religiöse Gräben hinweg und rüttelte das Land durch, die Polizeieinheit wurde aufgelöst, doch es ging längst um mehr: um einen Staat, der seinen Bürgerinnen und Bürgern Rechenschaft gibt. Happy End? Nein. Wir sind hier nicht in Hollywood. Die Proteste sind nach einem Massaker der Armee mit mindestens zwölf toten Demonstrierenden weitgehend zum Stillstand gekommen.

    Aktivistinnen und Aktivisten wurden die Reisepässe abgenommen oder die Konten gesperrt. Aber im Netz laufen nun Diskussionen über die Gründung von Parteien, über Kampagnen für eine Wahlrechtsreform und die Mobilisierung von Jungwählern, über Wege aus der dramatischen sozialen Ungleichheit im Land. Und noch eines hat die Feminist Coalition mit angestoßen: die Vernetzung zwischen einer Bürgerrechtsbewegung des globalen Nordens und des globalen Südens, zwischen Black Lives Matter und #EndSARS. Das hat es seit den Zeiten von Martin Luther King Jr. nicht mehr gegeben.

    Klimaaktivismus um zwanzig nach zwölf

    Platz zwei auf meiner Liste: Power Shift Africa (PSA). Keine NGO, auch keine Protestbewegung, sondern ein Thinktank in Kenias Hauptstadt Nairobi. Power steht hier vor allem für Energiegewinnung. PSAs junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beraten Afrikas noch kleine Klimaschutzgruppen, legen offen, wo bei den Energiewenden afrikanischer Staaten den Worten Taten folgen, wo geschummelt oder gelogen wird. PSA-Gründer Mohamed Adow hatte unlängst auch ein paar deutliche Worte für den Westen übrig.

    Adow stammt aus einer Gemeinschaft von Viehhirten im Norden Kenias, deren Herden aufgrund des Klimawandels und immer häufigerer Dürren dezimiert werden. Für seine Angehörigen ist es klimapolitisch nicht zwei vor zwölf, sondern zwanzig nach. Dass jetzt auch Politikerinnen und Politiker in den USA, Europa und China von der Dringlichkeit der Klimakrise erfasst werden, findet er nicht besonders tröstlich, solange ausländische Banken und Energieunternehmen in seinem Land CO2-Dreckschleudern finanzieren wollen.

    PSA gehört zu einer Koalition von Naturschutzgruppen, die seit Jahren den Bau eines gigantischen Kohlekraftwerks an der Küste Kenias blockieren. Vor wenigen Wochen zogen sich chinesische und amerikanische Investoren endlich aus dem Projekt zurück, worauf man mal aus ganzem Herzen „Merry Christmas“ rufen kann.

    Ich könnte Sie jetzt noch weiter durch die Welt unserer afrikanischen Nachbarn schleifen – zur sudanesischen Demokratiebewegung, die gerade neben Klima- und Corona-Krise um das Überleben ihrer Revolution kämpft. Oder zu den Antikorruptionsprotesten dieses Jahr in Mali.

    Protestbewegungen in Afrika: Wut, die Mut macht | ZEIT ONLINE

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