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  • Tiefe Wunden: Deutscher Kolonialismus war keine Fußnote der Geschichte

  • Wolfgang

    Mitglied
    20. November 2020 at 18:04

    „ÜBERFÄLLIGER SCHRITT“

    Grüne fordern Aufarbeitung von Kolonialverbrechen

    100 Jahre nach dem formalen Ende des Kolonialismus fordern die Grünen Aufarbeitung der Geschichte – samt Verbrechen und Entschuldigung. CDU will mehr Forschung und verweist auf die Komplexität.

    Die Grünen haben von der Bundesregierung eine Entschuldigung und wirkungsvolle Wiedergutmachung für begangenen Kolonialverbrechen gefordert. „Aus der Kolonialvergangenheit erwächst Verpflichtung“, sagte die Grünen-Abgeordnete Agnieszka Brugger am Donnerstag im Bundestag bei der Vorstellung des Antrags. Sie sprach von einem überfälligen Schritt. Aufarbeitung müsse einen festen Platz in der deutschen Außenpolitik bekommen.

    em stimmte auch die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), zu. „Deutscher Kolonialismus war keine Fußnote der Geschichte“, sagte sie. Dieser habe „tiefe Wunden“ in den betroffenen Ländern hinterlassen.

    Die Grünen kritisieren, dass es mehr als 100 Jahre nach dem formalen Ende des deutschen Kolonialismus „keine angemessene Würdigung der Opfer“ und auch keine offizielle Entschuldigung gebe. Sie verweisen dabei auf den grausamen Vernichtungskrieg der deutschen Kolonialtruppen im heutigen Namibia gegen die Ovaherero und Nama und den niedergeschlagenen Maji-Maji-Aufstand im damaligen Deutsch-Ostafrika.

    Grüne: Koloniale Vergangenheit in die Schulbücher

    Sie fordern zudem, dass die deutsche koloniale Vergangenheit fester Bestandteil von Lehrplänen an Schulen und Universitäten werde. Sie regten zudem den Bau einer zentralen Stätte des Erinnerns und Lernens in Berlin an, dem Ort der Afrika-Konferenz von 1884/1885. Der Antrag der Grünen-Fraktion wurde zur Beratung in die Ausschüsse überwiesen.

    SIEHE AUCH

    Müntefering sagte, dass die vertraulich geführten Regierungsgespräche über Wiedergutmachung mit Namibia voranschritten. Zu der Rückgabe von geraubten Kulturgütern sei eine gemeinsame Kontaktstelle von Bund, Ländern und Kommunen eingerichtet worden. Dabei gehe es nicht um das Leerräumen deutscher Museen, versicherte Müntefering. Es gehe darum, unter welchen Bedingungen die Exponate in deutsche Museen gekommen seien, um sie dann auch zurückzugeben.

    CDU: Umgang mit Kulturgütern „sehr komplex“.

    Der CDU-Parlamentarier Markus Koob forderte, die Provenienzforschung auszuweiten. Die Frage des Umgangs mit Kulturgütern sei „sehr komplex“. Oft sei nicht einmal klar, an wen diese zurückgegeben werden müssten – an Stammesnachfahren, Privatpersonen oder an staatliche Stellen. Pauschale Lösungen würden sich verbieten. Es gehe um eigene Identität und Respekt.

    Zur Debatte stand auch ein Antrag der AfD-Fraktion, in dem sie für eine „kulturpolitisch differenzierte Aufarbeitung“ der Kolonialzeit wirbt. Es müssten auch „die gewinnbringenden Seiten der deutschen Kolonialzeit zum Tragen kommen“, hieß es darin. Auch dieser Antrag wurde in den zuständigen Ausschuss überwiesen. (epd/mig)

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    Grüne fordern Aufarbeitung von Kolonialverbrechen

  • Wolfgang

    Mitglied
    20. November 2020 at 18:06

    Deutsche Kolonialherren löschten im heutigen Namibia vor mehr als 100 Jahren fast den gesamten Stamm der Herero aus. Keine deutsche Regierung wollte das Verbrechen bislang als Völkermord anerkennen. Heute befasst sich der Bundestag mit diesem Teil deutscher Vergangenheit.

    „Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero, mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen“, hatte der deutsche Generalleutnant Lothar von Trotha 1904 befohlen. „ Ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auf sie schießen.“ Mit 15.000 Soldaten war von Trotha in die deutsche Kolonie geschickt worden, um einen Aufstand der Hereros niederzuschlagen. In der Schlacht am Waterberg schlug das kaiserliche Expeditionskorps die Stammeskrieger vernichtend.

    https://www.fr.de/politik/jeder-herero-wird-erschossen-11320524.html#:~:text=Deutsche%20Kolonialherren%20l%C3%B6schten%20im%20heutigen%20Namibia%20vor%20mehr,Vergangenheit.%20Dieser%20V%C3%B6lkermord%20ist%20bis%20heute%20unges%C3%BChnt%20geblieben.

  • Wolfgang

    Mitglied
    20. November 2020 at 18:08

    Zur kolonialen Vergangenheit Deutschlands in Namibia
    Geschichte – Erinnerungskultur – Aufarbeitung Dokumentation

    https://www.bundestag.de/resource/blob/405272/fc16f05eb5fea3b4da9ece62b7c3abef/wd-1-069-13-pdf-data.pdf

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