News Feed Forums Forum der Internationalen FriedensFabrik Wanfried Trump schafft, Globalisierungsverlierer gegen Sündenbock China zu mobilisieren

  • Trump schafft, Globalisierungsverlierer gegen Sündenbock China zu mobilisieren

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    Administrator
    10. Oktober 2020 at 22:57

    Mit Trumps Namen wird hingegen dauerhaft eine Zäsur in der China-Politik verbunden sein. Wo sich Obama noch scheute, den Begriff Grossmachtrivalität zu verwenden, machte sein Nachfolger deutlich, dass er die beiden Länder in einen Konflikt von epischen Ausmassen verwickelt sieht. Unterdessen ist diese Sicht Gemeingut bei Republikanern und Demokraten. Sollte Joe Biden gewählt werden, wird er hier fortsetzen, was sein Vorgänger begann. Trump verkündet erst einen Handelskrieg, handelt dann einen Zoll-Kompromiss aus, um sich schliesslich einem neuen Aspekt zuzuwenden, dem Zweikampf um die Dominanz im Cyberspace.

    Bei Licht besehen, ist Trumps China-Politik Stückwerk. Dennoch gelingt es ihm, seine Glaubenssätze in alle Köpfe zu hämmern, weil er sie unablässig wiederholt. Indem er sich auf wenige Themen konzentriert, erzielt er Durchschlagskraft. Abkopplung von China ist so ein Begriff, der in Amerika kaum noch hinterfragt wird. Selbst in Europa mit seiner ganz anderen strategischen Ausgangslage findet er mehr und mehr Anhänger.

    Trump blieb auch nach seiner Wahl Volkstribun und Demagoge. Seine Authentizität macht einen Teil des Faszinosums.

    Trump verstand, dass Industriearbeiter, Handwerker und Handlanger in unqualifizierten Dienstleistungsberufen mehr Schutz verlangen vor der Verlagerung ihrer Arbeitsplätze nach China und der Konkurrenz durch Migranten. Und er begriff, dass die Demokraten ein riesiges Einfallstor für einen populistischen Präsidenten öffneten, indem sie ihre traditionellen Positionen aufgaben.

    Im Jahr 2015 erregte der Politologe Lee Drutman mit einem Diagramm bescheidenes Aufsehen. Danach besteht die Wählerschaft der USA zu 40 Prozent aus «Populisten», die Migration und Globalisierung ablehnen und soziale Sicherheit fordern. Die «Progressiven», die für mehr soziale Sicherheit und Migration eintreten, umfassen 33 Prozent. Die kleinste Gruppe sind mit 20 Prozent die mit dem Status quo zufriedenen «Moderaten». Trumps Politik setzt diese Theorie in die Praxis um.

    Sprache ist ein Herrschaftsmittel. Die Mittel- und Unterschicht empfand die Political Correctness (der Progessiven) daher zu Recht als kulturellen Angriff, nachdem sie die Globalisierung als wirtschaftlichen Angriff auf ihre Lebensweise erlebt hatte.

    Trump machte sich die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft zunutze und stellte sich auf die Seite derer, die er wie der Politologe Drutman für die Mehrheit hält. Auch nach vier Jahren wundern sich die gebildeten Stände, warum ein ihrer Meinung nach ziemlicher Primitivling gewählt werden konnte.

    https://www.nzz.ch/meinung/usa-wahlkampf-trump-biden-und-der-kulturelle-klassenkampf-ld.1580502

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