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  • Tunesien will gegen rassistische Diskriminierung vorgehen

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    14. Oktober 2020 at 9:23

    . Im November 2018 hat das tunesische Parlament auf Druck der Zivilgesellschaft ein Gesetz gegen rassistische Diskriminierung verabschiedet. Es ist das erste in der arabischen Welt. Doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig. «Es hat etwas für diejenigen gebracht, die die finanziellen Mittel haben, um zu klagen. Für diejenigen, die es aus Prinzip tun und um für das Thema zu sensibilisieren», sagt Ksiksi.

    Alte Strukturen und rassistische Denkweisen haben überdauert. In Führungspositionen, im Fernsehen oder in der Politik sucht man Schwarze meist vergebens. Eine Ausnahme ist der gerade neu ernannte Minister für Jugend, Sport und Berufsbildung – der erste schwarze Minister seit der Unabhängigkeit. Die meisten dunkelhäutigen Tunesier arbeiten als Tagelöhner oder im Niedriglohnsektor. Als in El Mdou vor kurzem der erste Einwohner promoviert hat, war das eine kleine Sensation.

    Im tunesischen Parlament gibt es eine einzige schwarze Abgeordnete unter den 217 Volksvertreterinnen und Volksvertretern. Die 52-jährige Jamila Debbech Ksiksi stammt aus dem Süden des Landes und ist Mitglied der muslimisch-konservativen Nahda-Partei. Nach einer Auseinandersetzung mit einer Abgeordneten einer anderen Fraktion wurde sie im vergangenen Winter in den sozialen Netzwerken massiv rassistisch beschimpft.

    «Die meisten Schwarzen kommen aus dem Süden, der bereits seit der Unabhängigkeit durch die Politik der ehemaligen Präsidenten Ben Ali und Bourguiba marginalisiert ist», sagt Khawla Ksiksi. Neben der rassistischen Diskriminierung treffe Frauen ausserdem noch die sexuelle. Schwarze Frauen werden fetischisiert und als hypersexualisierte Personen wahrgenommen, die «leicht zu haben» seien.

    Dass Ksiksi und andere so offen über Rassismus und Diskriminierung sprechen, wäre unter der Diktatur nicht vorstellbar gewesen. Die Benachteiligung Dunkelhäutiger war damals noch ausgeprägter. Und wer das Regime kritisierte, musste mit massiven Repressalien rechnen. Doch seit der Flucht des langjährigen Machthabers Zine el-Abidine Ben Ali im Januar 2011 wurden mehrere Vereine gegründet, die gegen rassistische Diskriminierung kämpfen. Das Thema drängt mehr und mehr in die Öffentlichkeit. Auch in Tunis gab es im Rahmen der «Black Lives Matter»-Bewegung Proteste.

    https://www.nzz.ch/international/kampf-gegen-rassismus-weshalb-tunesien-sich-so-schwertut-ld.1575037

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