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  • Westliche Staaten führen mit Subventionen einen ruinösen Wirtschaftskrieg

  • BlackandWhite

    Administrator
    7. November 2020 at 10:50

    Fakten über die US-Baumwollsubventionen

    Oxfam-Bericht

    Die Entwicklungsorganisation Oxfam kritisiert in ihrem Bericht „Finding the Moral Fiber: Reform Needed for Fair Cotton Trade“ die US-Subventionen für Baumwolle.

    Einige Fakten aus dem Bericht:

    Die Vereinigten Staaten geben regelmäßig bis zu 4 Milliarden US-Dollar für Subventionen im Baumwollsektor aus. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt von Benin, Burkina Faso oder Tschad. Die USA geben dreimal soviel Geld zur Stützung ihre heimischen Baumwollindustrie aus, wie für Entwicklungshilfe für Afrika in einem Jahr. Baumwolle ist eines der meisten angebauten Landwirtschaftsprodukte in Entwicklungsländern. Der Lebensunterhalt von zehn Millionen Familien in West-Afrika hängt von der Baumwolle ab.


    Ein Bericht von 2004 – was hat er bewirkt, was hat sich geändert? Die Perspektivlosigkeit der Jugend ist der Hauptgrund für die Destabilisierung Westafrikas – der Westen schickt dann Truppen und macht den Koran verantwortlich; dabei könnte er selbst mit fairen Handelsbeziehungen viel zur Stabilisierung beitragen. Wir brauchen eine Diskussion darüber; hier haben die meisten keine Ahnung von Praktiken, wie den Landwirtschaftssubventionen.

    https://www.ngo-online.de/2004/10/19/oxfam-bericht/

  • BlackandWhite

    Administrator
    7. November 2020 at 12:11

    Mali: Baumwollproduktion im globalen Norden zerstört Existenzgrundlagen

    17. Feb 2016 in Grund, Land von Veronika / earthlink 0 Kommentare

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    Einer der wenigen Bereiche, in dem afrikanische Länder qualitativ hochwertig und somit wettbewerbsfähig produzieren können, ist der Baumwollanbau. Die kleinen Faserbällchen bilden für viele Familien eine wichtige Einnahmequelle. Doch Subventionen der EU und den USA verhindern einen fairen Wettbewerb. Stattdessen werden von den Industrieländern die Preise diktiert. Burkina Faso, Tschad, Benin und Mali – die sogenannten Cotton 4 – sind dabei am meisten von der Subventionspolitik der Länder im Norden betroffen. 1)

    Ab den 1990er Jahren geriet die Regierung Malis immer mehr unter Druck, Sektorenprogramme und Handelsliberalisierungen durchzuführen. Die Weltbank strebte damals die Auflösung unrentabler Staatsbetriebe an. Die Privatisierung dieser Unternehmen hatte zur Folge, dass in den darauffolgenden Jahren vermehrt ausländische Investitionen getätigt wurden. Unter den entstaatlichten Betrieben war auch die nationale Baumwollgesellschaft CDMT, deren Privatisierungsprozess bis 2013 abgeschlossen werden sollte. Durch den Wegfall der CDMT veränderte sich im Anbau einiges. Die Baumwollgesellschaft hatte in der Vergangenheit sowohl Saatgut als auch Maschinen zur Verfügung gestellt, oftmals kostenlos. Damit war die Produktion gesichert. Die Bauern hatten keine Ausgaben für teure Maschinen und konnten sie dennoch einsetzen. 2)

    Baumwolle ist eine sogenannte Cash-Crop Pflanze. Diese wird vorwiegend für den Export angebaut. Wertvolle Äcker werden dadurch besetzt und können nicht für die Subsistenzwirtschaft genutzt werden. Gerade in Mali ist jedoch jede Fläche besonders wertvoll, da ein Großteil des Landes aus Wüste besteht. 3) Problematisch wird es damit vor allem wenn eine zu große Abhängigkeit von bestimmten Sektoren entsteht. In Mali gehören zu den wichtigsten Wirtschaftsbereichen der Abbau von Rohstoffen, wie das Edelmetall Gold und die Baumwollproduktion. 4) Gerade in diesen Bereichen unterliegt der Weltmarktpreis extremen Schwankungen und somit auch die Einkünfte der Bevölkerung.

    Die Verwundbarkeit liegt darin, dass der Anbau der Baumwolle im Ausland auch den Preis gestaltet. Der Baumwollmarkt wird dabei vorwiegend durch Industriestaaten. Diese erhalten Subventionen und eine Überproduktion entsteht. So wird der Markt mit im Anbau billig hergestellten Rohstoffen überschwemmt und der Preis sinkt. 5) Interessant ist dabei, dass das ebenso durch die Produktion in Usbekistan passiert. Denn das Land zählt zu den größten Baumwollproduzenten der Welt. Der Preis wird durch eine extrem günstige und riesige Ernte, gebildet. Allerdings liegt der Grund für den Dumpingpreis in Usbekistan an der Zwangsarbeit, der Kinderarbeit, der quasi nicht existenten Löhne und der daraus sehr gering angesiedelten Produktionskosten. Statt Subventionen für die Bauern, gibt es als Anreiz die Androhung von Strafen und man wird als Verräter gehandelt. 6)

    In der EU wird vor allem in Griechenland und Spanien Baumwolle angebaut. Die EU subventioniert die Felder innerhalb der Wertegemeinschaft, damit diese rentabel und konkurrenzfähig für den Export werden. Zwar ist die Baumwollproduktion in der EU nicht entscheidend für die Preisbildung, da die Mengen zu gering sind, aber durch die Subventionierung ist es überhaupt erst rentabel, anzubauen und eine verminderte Nachfrage nach Baumwolle zu generieren. Die USA sind im Wesentlichen für die Preisgestaltung verantwortlich. Die „Marktanomalie ist darin zu sehen, dass die USA die Baumwollproduktion mit direkten Beihilfen in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar und Exportzuschüssen von 1,5 Milliarden Dollar stützen. Damit fließen knapp 50 Prozent der weltweiten Baumwollsubventionen an die US-amerikanischen Anbauer.“ 7) Damit wird der Weltmarktpreis gedrückt und Bauern in Mali sehen sich dazu genötigt, mehr zu produzieren.

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    https://www.fluchtgrund.de/2016/02/mali-baumwollproduktion-im-globalen-norden-zerstoert-existenzgrundlagen/

  • BlackandWhite

    Administrator
    7. November 2020 at 12:14

    Expert*innen von Misereor und Germanwatch diskutierten mit der Parlamentariergruppe Französischsprachige Staaten West- und Zentralafrika unter dem Vorsitz von Uwe Kekeritz die Situation der Cotton Four (C4), einem Zusammenschluss der baumwollexportierenden Länder Benin, Burkina Faso, Mali und Tschad. Ihre Forderungen an die Politik sind klar: endlich faire Chancen.

    Baumwolle wird in Westafrika vor allem kleinbäuerlich angebaut, stellt aber eine wichtige Quelle für Deviseneinnahmen vieler Länder dar. In den C4-Staaten trägt die Baumwollproduktion mit etwa dreizehn bis zwanzig Prozent zum BIP bei. Der überwiegende Teil der in C4-Saaten angebauten Rohbaumwolle wird exportiert, vor allem nach Asien. So kommt es, dass Westafrika mit ca. 3,5 Prozent der Weltproduktion gleichzeitig einen erheblich größeren Teil der auf dem Weltmarkt gehandelten Baumwolle stellt (ca. 8%). Und der Weltmarkt ist auch Stein des Anstoßes für die Beschwerden der C4-Länder. Der Grund: Subventionen für Baumwollproduzenten in den USA drücken die Preise erheblich.
    Nach Schätzungen des International Centre for Trade and Sustainable Development (ICTSD), ein Think Tank mit Sitz in Genf, subventionieren die USA heimische Baumwollbauern jährlich mit 1,5 Milliarden US-Dollar – das entspricht durchschnittlich 75.000 US-Dollar pro Jahr und Baumwollbäuer*innen. Die Summe ist so gewaltig, dass der Weltmarktpreis um mindestens 7 Prozent gedrückt wird und Baumwollproduzent*innen weltweit weniger einnehmen. Dabei wurde der Abbau von Baumwollsubventionen bereits in der Doha-Runde 2001 zum „Lackmustest“ erhoben, anhand dessen die Umsetzung von Zusagen der Industrieländer gemessen werden sollte – vergebens. Die C4-Staaten hatten auch bei der WTO-Ministerkonferenz in Nairobi eine Absenkung und Deckelung der Baumwollsubventionen in den USA gefordert. Dort getroffene Entscheidungen blieben allerdings weit hinter den Erwartungen zurück. Brasilien hatte gegen die US-Praktiken geklagt und sich auf eine hunderte Millionen US-Dollar schwere, jährliche Abfindung geeinigt. Dabei wurde vorsorglich vereinbart, dass Brasilien auch nicht gegen das reformierte Agrarprogramm der USA zu Felde ziehen darf, obwohl weiterhin handelsverzerrende Subventionen in Milliardenhöhe fließen. Die C4-Staaten konnten bisher nicht den Druck aufbauen, der für Brasilien zum Erfolg geführt hat. Gut möglich, dass sonst auch die Kürzung von Entwicklungsgeldern drohen würde. Und so wiegen die Interessen von wenigen tausend (15.000-20.000) Baumwollproduzent*innen in den USA gewichtiger als die von hunderttausenden Kleinbäuer*innen in Westafrika.
    Dabei konnte die Produktionsmenge in den C4-Staaten seit der Unabhängigkeit in den 1960er Jahren enorm gesteigert werden. Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil die Steigerung vor allem durch eine Steigerung der Flächenerträge und eben nicht durch eine Ausweitung der Anbauflächen erreicht wurde. In Burkina Faso waren in den 2000er Jahren um 462 Prozent höhere Erträge als in 1960er Jahren zu verzeichnen. Von den Expert*innen wurde das vor allem auf die intensive staatliche Agrarforschung zurückgeführt. Vor Ort sieht man das Potential für weitere Ertragssteigerungen, vor allem im Bereich der Anbaumethoden. Allerdings stagniert die Fortentwicklung seit den einschneidenden Strukturanpassungsprogrammen und der damit verbundenen (Teil)Privatisierungen. Im Grunde wurden zwei Pole skizziert: während die Weltbank den Fokus auf Spezialisierung der Produzenten setzt, sehen die C4-Staaten in der Baumwolle einen potentiellen Motor für inklusive Entwicklung. Der Status quo scheint letzteren zu stützen. Baumwolle stellt in Westafrika auf Haushaltsebene in der Regel eine von mehreren Einkommensquellen dar, meist nicht mehr als 10 Prozent. Allerdings könnten fairere Weltmarktpreise so potentiell breiten Bevölkerungsschichten zugutekommen. Mehr Wertschöpfung in den Produktionsländern wurde ebenso als wichtiges Ziel identifiziert. Dabei geht es nicht alleine um die Weiterverarbeitung zu Textilien sondern bspw. auch um die Produktion von Kraftfutter aus Baumwollkernen.
    Kurz angesprochen wurde der Ausstieg Burkina Fasos aus der Gentech-Baumwolle. Nach Gold ist Baumwolle die zweitgrößte Einnahmequelle Burkina Fasos. 2009 begann man in dem Land mit Hilfe von Monsanto lokale Baumwollsorten genetisch zu verändern. Dabei versprach Monsanto, präzise Veränderungen einzelner Merkmale vornehmen zu können. Konkret wurden lokale Sorten mit Genen versetzt, die dazu führen, dass die Baumwollpflanze für Insekten giftige Proteine bildet. Seither hat die Qualität der Baumwolle – konkret die Länge der Baumwollfasern – allerdings sehr stark abgenommen. Daher beschloss Burkina Faso mittlerweile den Komplettausstieg aus der Gentech-Baumwolle bis 2016/2017. Zusätzlich wurden Anfang April Schadensersatzforderungen in Höhe von 84 Millionen US-Dollar an Monsanto gestellt. Angesichts der immer wieder aufkeimenden Gentechnik-Debatte findet dieser Fall überraschend wenig Beachtung in der regionalen und internationalen Berichterstattung.

    https://www.uwe-kekeritz.de/die-cotton-four-baumwollanbau-in-westafrika-und-warum-die-wto-versagt-3/

  • BlackandWhite

    Administrator
    7. November 2020 at 12:16

    Sowohl die USA als auch Europa finanzieren ihre Baumwollfarmer jährlich mit enormen Geldsummen, da der Anbau der Baumwolle in den Industrienationen aufgrund der hohen Personalkosten und den schlechteren klimatischen Bedingungen sonst nicht rentabel wäre. Die subventionierte Baumwolle aus dem Norden drückt den Weltmarktpreis für das landwirtschaftliche Produkt massiv, weshalb westafrikanische Baumwollfarmer enorme Verluste verzeichnen.

    Ein heute veröffentlichter Bericht der Fairtrade Foundation kritisiert die, vor allem in den USA und Europa gängige Praxis, Baumwollfarmer mit Subventionen zu unterstützen. Dieses Vorgehen zerstöre die Weltmarktpreise und somit auch die Lebensgrundlage vieler afrikanischer Baumwollproduzenten. Durch die Subventionen der Industrienationen, die sich jährlich auf mehr als eine Milliarden US-Dollar belaufen, wird künstlich ein Überangebot mit Baumwolle erzeugt, wodurch die Preise, die westafrikanische Produzenten für ihre Erzeugnisse erzielen können, stark sinken.

    Am stärksten von dieser Subventionspolitik sind die international als „Cotton 4“ bezeichneten westafrikanischen Länder Tschad, Mali, Benin und Burkina Faso. Aufgrund der geringen Personalkosten und des optimalen Klimas produzieren diese Länder eine qualitativ hochwertige Baumwolle, deren Export eine wichtige Einnahmequelle für viele Menschen darstellt. Zwischenhändler schätzen, dass allein die Abschaffung der Subventionen in den USA zu einer Einkommenssteigerung von zehn Prozent für die afrikanischen Baumwollfarmer führen würde. Eine solche Steigerung würde für die Menschen in Mali, das zu den ärmsten Ländern weltweit zählt, einen enormen Fortschritt bedeuten.

    Baumwollsubventionen vernichten Gewinne in Entwicklungsländern

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