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News Feed Forums FriedensForum Ghana Ghana ist hochverschuldet: Das birgt nach der Wahl viele Konflikte Reply To: Ghana ist hochverschuldet: Das birgt nach der Wahl viele Konflikte

  • BlackandWhite

    Administrator
    9. Dezember 2020 at 6:06

    Ghana ist wieder voll in die Weltwirtschaft integriert. Mehr als 30 Jahre klassische IWF-Strukturanpassungsprogramme und ambitionierte Entwicklungsprojekte der einschlägigen internationalen Gebergemeinschaft haben das einst abgewirtschaftete ‚Kleinod‘ an der Goldküste wieder auf Kurs gebracht. Doch noch immer dominieren die wichtigsten Exportgüter Gold, Kakao und Edelhölzer die Wirtschaft, und Ghana gehört auch weiterhin zum Kreis wichtiger Gold- und mit mehr als 20% Weltmarktanteil zu den bedeutendsten Kakaoproduzenten, ohne dass Kakao oder Schokolade als veredelter Rohstoff konsumiert wird. Erst ganz langsam finden sich Ghanaer, die hochwertige Schokolade herstellen und somit Wertschöpfung im eigenen Land betreiben. Noch aber werden die Preise dieser beiden Rohstoffe an den Börsen in den westlichen Metropolen festgelegt, jede größere Schwankung wirkt sich direkt auf Ghanas Wirtschaft aus und bleibt wohl bis auf weiteres eine Achillesferse der ghanaischen Wirtschaft. So fiel der Goldpreis gegen Ende des Jahres 2015 auf etwa US-$ 1.063, stieg aber auf Grund der wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie zwischenzeitlich auf US-$ 1.674 (Anfang März 2020). Gegen Ende März fiel der Kurs auf US-$ 1.629, um dann aber in einer historischen Rally im August 2020 die Marke von US-$ 2.000 zu übersteigen. Anfang November 2020 lag der Preis bei US-$ 1.878. Das Land erntete aber internationales Lob vom Revenue Watch Institute für seine teils vorbildliche Regelung und Handhabung des Bergbausektors. Inzwischen zeichnet sich ab, dass Ghana zum größten Goldproduzenten Afrikas aufgestiegen ist und damit Südafrika überholt hat. Langfristig wird der Erdölexport wertmäßig den Goldexport wohl ablösen, auch wenn sich die Weltmarktpreise im Jahresdurchschnitt 2017 nur zwischen US-$ 50 und 60 pro Barrel bewegten. Gegen Jahresende 2018 stabilisierte sich der Preis bei US-$ 60. Zum Jahresbeginn 2020 stieg der Ölpreis für hochwertiges Öl auf 68 US-$ an. Bis Mitte Februar aber fiel er wieder deutlich unter die US-$ 60 Marke und Anfang März auf Grund der globalen COVID-19 Krise sogar auf US-$ 50. Innerhalb kurzer Zeit brach der Ölpreis dann ein und notierte gegen Ende März nur noch etwa US-$ 23. Anfang Mai 2020 erholte sich der Ölpreis für hochwertiges Rohöl etwas, blieb aber dennoch deutlich unter US-$ 30. Erst Anfang Juni 2020 stieg der Ölpreis wieder an, mäanderte und lag Anfang November 2020 an den Börsen bei 38 US-$. Dabei hat die Erdölförderung und Erdgasproduktion vor der Küste gerade erst begonnen. Ein Blick nach Nigeria und Angola genügt, um zu sehen, was die Ressource Energierohstoff im Golf von Guinea an tief greifenden Verwerfungen anrichten kann. Die Ölvorkommen belaufen sich nach aktuellen Kenntnissen auf 660 Millionen Barrel. Das anfangs überambitionierte Produktionsziel von 120.000 Barrel pro Tag musste zunächst auf ca. 80.000 Barrel reduziert werden. Im August 2016 begann die Ausbeutung eines weiteres Ölfelds (TEN), das anfangs etwa 20.000 Barrel pro Tag lieferte. Nach Beendigung der maritimen Grenzstreitigkeiten im Fördergebiet mit dem westlichen Nachbarn Côte d’Ivoire im September 2017 und den gestiegenen Ölpreisen konnte Ghana seine Investitionen und Explorationen ausweiten und die Produktion inzwischen auf 180.000 Barrel pro Tag erhöhen.
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