In Libyen, Syrien und im Nordirak führt die Türkei ohne Rücksicht auf das Völkerrecht Krieg. Sie verfügt über die zweitgrößte Armee der NATO. Die türkische Elite hat den geostrategischen Anspruch, in einer zunehmend multipolaren Welt ein eigenständiges Machtzentrum darzustellen, auch mit militärischen Einsätzen. Wo bleibt die Zivilgesellschaft der Welt damit, das Völkerrecht einzufordern: Nach der UNO-Charta sind Kriege verboten, müssen alle Konflikte friedlich gelöst werden, müssen die Staaten freundschaftliche Kontakte der Menschen fördern und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen zusammenarbeiten.

„Auch in Übersee gefechtsbereit: Die Türkei baut ihre militärische Einsatzfähigkeit systematisch aus

Die zweitgrösste Armee der Nato

Verteidigungsbudget (% des BIP)20,4 Mrd. $ (2,7%)

hat jüngst mehrfach Gelegenheit gehabt, ihre Schlagkraft unter Beweis zu stellen. Die türkischen Streitkräfte sind direkt und mithilfe von Söldnerarmeen zurzeit in Syrien, im Nordirak und in Libyen im Einsatz. Hinzu kommen die regelmässigen Konfrontationen mit den Kämpfern der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im eigenen Land.

Die Türkei hat den geostrategischen Anspruch, in einer zunehmend multipolaren Welt ein eigenständiges Machtzentrum darzustellen. Militärisch setzt man dabei auf den systematischen Ausbau der Einsatzfähigkeit auch jenseits der unmittelbaren Nachbarschaft – wie im Falle Libyens.

Die Marine spielt in dieser sicherheitspolitischen Neuausrichtung eine zentrale Rolle. Die türkische Flotte war lange auf die Verteidigung der Küstengewässer ausgerichtet. Seit einigen Jahren aber wird die Fähigkeit vorangetrieben, auch auf hoher See Einsätze durchzuführen und Überseeoperationen zu unterstützen. 

Allerdings ist infolge der türkischen Alleingänge in Syrien, Libyen oder nun im Mittelmeer das Verhältnis zu den Partnern des Nordatlantikpakts stark belastet.

Ob Ankara auch ohne belastbare Allianzen auf lange Frist seine ambitionierte Machtpolitik stemmen kann, ist eine offene Frage. Unbestritten ist die zunehmende aussenpolitische Isolation des Landes. Sollte es tatsächlich zu einem Kräftemessen im östlichen Mittelmeer kommen, müsste sich die Türkei auf sich allein verlassen. Griechenland und Zypern könnten dagegen auf die Unterstützung Frankreichs, Ägyptens, der Emirate oder Israels hoffen.“

https://www.nzz.ch/international/die-tuerkei-baut-ihr-militaer-systematisch-aus-ld.1576147

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